„Brücke“

Brücke

60/80 cm, 2015

In einem Text über das Wandern in NRW hatte ich einmal geschrieben: „Bemerkenswert ist die Unterschiedlichkeit der Autobahn-Querungs-Angebote: schmale Radweg-Brücken, finstere stinkende kleine Röhren, Ortsverbindungsstraßen-Brücken oder lichte, breite Untertunnelungen“. In diesem Fall ist es die Überquerung der A 43 südlich von Mecklenbeck, einem Stadteil von Münster.

Entstanden ist das Motiv während einer „legendären“ Wanderung von Sythen nach Münster, die ich im Beitrag zu „Dreht sich“ ausführlich beschrieben habe. Allerdings nicht während dieser Tour, sondern ein paar Jahre später. Ich hatte sie wiederholt, nachdem das Bild „Lucy“ auf den Weg zu Frauchen in den USA gebracht war. Es war ein weiter Weg von meinem ersten Tift-Konzert bis zur Arbeit mit ihren Fotos und schließlich dem Austausch mit ihr darüber. Und die 50 km Lauferei waren auch nicht zu verachten. Da fällt mir ein, dass ich ja auch diese Wanderung beschrieben habe und währenddessen ein Austausch mit meinem Bruder stattgefunden hat!

Pause

Vor zwei Tagen das Hundebild zu Frauchen nach New York abgeschickt. Der perfekte Anlass, um die Wanderung von vor fünf Jahren zu wiederholen, und zwar auf den exakt gleichen Wegen, inklusive Verlaufer und Umwege.

Sythen: Dunst, frische Luft, lautes Vogelgezwitscher. Linnert: Jogger, Pudelmütze, Bart. Waldrand: BMW, 2 Baumfäller, dichter Nebel. Süskenbrocks: Wochenend-Häuser, Wilhelmsfeld-Erinnerung. Güterzüge rattern durch Nebel, ansonsten sehr still. Dülmen: Sonne, hallende Schritte in der Bahn-Unterführung. Am Bahnhof wieder verirrt, der „X“-Weg endet dort offenbar. Ortsausgang: älterer Jogger grüßt. Im Wald erste Rast, Mann mit ängstlich-neugierigem Beagle kommt vorbei.

Bin seit 7.20 h unterwegs. Im Wald bei Sythen: Nebel mit knalliger Morgensonne, lautes Vogel-Gezwitscher und herrliche Luft. Die hässliche Lästigkeit Dülmen liegt bereits hinter mir. Schee is!

Hinter Wardemann: Güter-/Personenzug-Begegnung. BVB-Fahne noch da. Bahn-Übergang: Mann werkelt an Radweg-Schildern. Wald: Müll-Sammler, gelbe Westen, einer mit Flasche Bier. „Hüppe Essmann“ (Getränkemarkt, Bernhards Weg zweigt dort ab, kurz vor dem „Platsch“-Balkon). Ortseingang Buldern, gegenüber von Aldi: im Bachbett wieder Müllsammler, diesmal ein Papa und seine Töchter. Im Zentrum auch. Am Weg neben der Bahn: Oppa steckt sich „HB“ an. Überall Müll-Sammler. Frühjahrsputz in Buldern? Danach: viele Trecker-Fahrer grüßen. Zweite Rast.

Der „böse“ Hund Nähe Gieseking bellt dieses Mal verhaltener. Altersweise, oder weil Herrchen in der Nähe? Das Schneeregen-Wäldchen dieses Mal sonnendurchflutet (südlich von Appelhülsen). Bredenbeck: Bub werkt am Straßenrand an schwarzem Motorrad. Dritte Rast.

Münster in Sicht?

Ou nee, bis Zentrum bestimmt noch 3,5 Std., ich muss damals gerannt sein… Puh, all die faden Straßen hatte ich sauber verdrängt… taugt aber trotzdem. Wetter top.

Bis es dunkel ist, hast noch 4,5 Std. Geht sich aus.

Das war damals der (Mitte Februar-) Grund zur Eile, zumal auch später los. Klasse: viele „ach ja, genau, stimmt ja, ach hiier war das“-Erlebnisse.

Hinter Haus Ruhr: erstmals Auto-Kennzeichen „MS“. Acker vor Dalgrup: Sprung über Drainage nötig (damals auch?). Modellflug-Gelände: Ein kleines gelbes Flugzeug schnurrt durch die Luft. Am Golfplatz viel Betrieb. Im Wald danach: vierte Rast.

Stadtschild passiert!!! Aber immer noch a goude Stund.

Fünfte Pause. Haltestellen-Häuschen an der Hauptstraße.

Aasee-Ufer: grillende Studis. Frühling.

Domplatz. Pumpenhaus. Gekühltes Franziskaner bei Edeka Wiewel gegenüber. Auf Bank an Spielplatz: sechste Rast.

Genial: nach EXAKT 10 Std. war ich am „Pumpenhaus“, auf die Minute genau!

Bank-Bahnhof mit Tift-Musik. Direkt Anschluss. Münster – Sythen: 28 Minuten.

Es sind definitiv „nur“ maximal 41 km gewesen. 10,5 Std., 3,9er-Schnitt. Hm. Langt aber, damit die Haxn recht arg aua sind. Immerhin keine Blasen, trotz viel Asphalt.

Letztlich Hauptstrecke (bis Pumpenhaus) halbwegs glatt 40 km in 10 Std. So klingt‘s rund, danach war eh die Luft raus.

Den nächten Tag verbringe ich zuhause. Während der Nachbetrachtung finde ich eine neun Jahre alte Kalender-Notiz: „Trifft Merrit“.

Nee nee nee… hatte mir den Maßstab aus der Karten-Legende auf’n Zettel übertragen… Kompass druckt da 2,5 cm für 1 km, stellte ich soeben fest… Deppen!!! Will sagen: Es waren GENAU FÜNFZIG km (+ 2 zum Bhf.)!!! DRUM bin ich so schlapp heute!!!

Im Text schrieb ich „(…) und bin beinahe ein wenig enttäuscht, dass es nach flüchtiger Prüfung nur maximal 38, also deutlich weniger als 40 Kilometer waren“. Die gleiche Karte! Mit Kuli in der Kneipe die „km“ gemessen! Geschichte wiederholt sich als Farce!

Wieso eigentlich benutzt du nicht ein ganz normales banales kleines Plastiklineal? Durchsichtig, billig und viel viel praktikabler als deine kruden Spezialmethoden! Ähem..

Inzwischen längst die den Karten beigelegten Pappstreifen, die sind SEHR praktikabel (fehlte nur bei „Münsterland“).

Durchsichtig is noch besser.

Sehr gut ansetzbar, und direkt „km“ statt „cm“!

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