“Fernsehen und Bier trinken” und „Dom/Güstrow“

Fernsehen und Biertrinken
124/141 cm, 1996
Dom / Güstrow
106/152 cm, 1996

Im Beitrag zu „Kriegsrecht in Polen“ hatte ich den Dokumentarfilm „Drei Stunden Güstrow“ von Michael Krull bereits gepriesen. Wie die Stasi während des Besuchs vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt 1981 ein geradezu Potemkinsches Dorf errichtet hat, indem sie z.B. die Besucher des Weihnachtsmarkts durch linientreue Genossen oder direkt Stasi-Mitarbeiter ersetzt hat… Wie sich das für Mitarbeiter oder Regierende eines autoritären Regimes wohl anfühlt, wenn sie aus Angst vor der eigenen Bevölkerung diese einfach ersetzen? Glauben die dann wirklich, dass alles gut, unter Kontrolle und die Regierten glücklich und zufrieden seien? Bemerken sie den grotesken Widerspruch zwischen fake facts und Realität überhaupt? Wenn ja, ist er ihnen egal? Ist es Paranoia? Das lässt sich problemlos auf viele andere Länder übertragen. Der Mann auf dem Bild stellt im Film nach, wie er nach seiner Verhaftung einer Schule zugeführt und dort durchsucht wurde. Sein Vergehen war, wenn ich mich richtig erinnere, dass er die Ausgangssperre oder das Verbot, sich in der Innenstadt aufzuhalten, versehentlich ignoriert hatte, weil er nach Feierabend und Einkaufen einfach nur nach Hause wollte, Glotze an, Bier auf, fäddich. Deshalb der Bildtitel.

https://www.svz.de/lokales/guestrower-anzeiger/die-stasi-die-besetzte-stadt-und-ein-lutschbonbon-id11173246.html

Und wo nun schon mein lieber Onkel Heinrich Rathke im Film zu Wort kommt, packe ich das nächste Bild aus der Reihe gleich dazu.

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