„Hartl“

Hartl
75/50 cm, 2001

Harald Ziegler, genannt Hartl, war ein Zivi-Kollege von mir. Ein ganz feiner Kerl war das. Ein anderer Kollege beim Bund Naturschutz meinte mal, dass der Schreinermeister, mit seinen Fähigkeiten, locker einen großen Betrieb gründen und sich damit dumm und dusselig verdienen könnte. Hatte er aber keine Lust drauf und hat lieber in der Nähe von Flachslanden eine kleine Werkstatt aufgemacht, in der er ökologisch und Bio-mäßig schöne Möbel gebaut hat. Ein Ideologe war er zum Glück nicht, standesgemäß hat er natürlich einen Ford Granada Kombi 2.8 i gefahren.
War? Ja, leider war, kurz nach der Eröffnung der neuen Werkstatt hat ihn zwischen Schellert und Rimbach ein Autofahrer im herbstlichen Gegenlicht übersehen und ihn auf seinem Fahrrad totgefahren.
Während ich das Bild gemalt habe, hatte ich permanent sein Lachen und seine Stimme im Ohr, das war schon fast lästig. „Also Beeder, haha, da mussd etz fei scho no a weng erbäddn, haha, wie schaud ner des aus, soll des am End gor ich sein, is des dei Ernsd“? Usw. usf., es war ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass Tote durchaus nicht nur tot, sondern auch quicklebendig sein können!

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