„Nashville“

Nashville
75/75 cm, 1998

Das 1997 erschienene Album des Jazz-Gitarristen Bill Frisell spielt eine Schlüsselrolle in meiner musikalischen Sozialisation.

Während des Studiums hörte ich sehr viel Jazz, hatte Frisell auch live erlebt, musste mir allerdings irgendwann eingestehen, dass ich den Sound von Country Music mag. Das war mir unangenehm, weil ich dachte, dass die Leute, die solche Musik machen, allesamt äußerst patriotische Ignoranten seien, sozusagen klassische Trump-Wähler. Die Musik hörte ich natürlich trotzdem, aber mit ironischer Distanz. Als dieses Album erschien, war ich irritiert. Jazz und County? Geht das, darf man das? So was passiert halt, wenn man ideologische Scheuklappen aufhat und in Schubladen denkt.

Ein Jahr später erschien dann „Car Wheels on a Gravel Road“ von Lucinda Williams, mit dem ich dem Americana-Kram endgültig verfallen bin. Und sieh mal einer an, auf ihren viel später erschienen Alben „West“ und „The Ghosts of Highway 20“ spielt mit: Bill Frisell.

Inzwischen habe ich auch längst gelernt, dass die meisten Songwriter, jedenfalls die aus dem Alternative Country-Bereich, sowieso ganz anders ticken, als ich ihnen unterstellt hatte. Kein Konzert in den letzten Monaten kam ohne entsetzten oder sarkastischen Seitenhieb auf El Presidente aus…

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